Allgäuwandern

Ganz am Anfang bei meiner Kaufentscheidung zur MSX, dachte ich auch mal daran, das kleine Bike in eine schöne Landschaft, in einem passenden Pkw mitzunehmen.

An diesem Pfingstmontag, gut vorbereitet hab ich das endlich mal durchgezogen. Nach 4 Stunden Autobahnfahrt ab Frankfurt, bin ich in Seeg gelandet, dem Anfangs- und Endpunkt meiner Voralpentagesrunde mit 182,5 km.

Aus dem Caddy entladen, werden die Spiegel montiert, die Motorradkleidung angezogen und es kann los gehen.

Geplant habe ich die Strecke wie immer per GoogleEarth. Durch die realistischen Ansichten auch in Details, kann ich mir die komplette Strecke visuell einprägen. Ich habe unterwegs keine digitale Unterstützung gebraucht, lediglich im Ort Peiting gab es eine kleine Umfahrung, da ich die geplante Route verlassenen hatte.

Alle auf der Karte grün eingezeichneten Wege, sind solche schmale Teer- oder auch mal Schotterstraßen. Es sind die Verbindungswege zwischen den einzelnen Höfen die zahlreich in der Landschaft sind. Das sind öffentliche Straßen und nicht gesperrt. Allerdings geht es hier in einem wandermässigen Tempo voran.

Erster schöner Fotostop an diesem Tag, war die Alpe Beichelstein mit dem Hopfensee im Hintergrund.

Nächster Halt wieder ein See, der Forggensee, oberhalb von Rieden.

So schmal sind die kleinen Straßen, hier zwischen Sameister und Bernbeuren, die öffentlich befahrbar sind. Hier geht es genüsslich mit 40 – 50 entlang, Radfahrer kommen entgegen, auch mal eine Gruppe von Bikern, oder ich muss ganz rechts ins Grün ausweichen, weil ein Bauer mit seinem breitem Heuwender entgegen kommt.

Auf dem Auerberg hab ich mich von einem anderen Motorradfahrer knipsen lassen. Dann geht es weiter über Landstraßen Richtung Schongau und zum Hohenpeißenberg.

Ein Blick vom Hohenpeißenberg nach Norden, mit den Parabolantennen der Erdfunkstelle Raisting und im Hintergrund dem Ammersee. Hier war ich schon mehrfach mit Motorrad-Tagestouren aus Frankfurt.

Auf dem schnellen Rückweg Richtung Füssen, bin ich noch mal nah an das Schloss Neuschwanstein gefahren, um das als Fotomotiv einzufangen. Für das Abfahren dieser MSX-Voralpenrunde hab ich 5,5 Stunden mit dem kleinen Eintopf gebraucht. So war mein Pfingstmontag von 6:00 bis 21:00 Uhr,  ab – an Frankfurt rundrum gut genutzt.

Grün getankt

Maiensonne und ein Frühlingsgrün wohin man sieht. Walddurchfahrten mit Licht und Schatten, angenehm warme Luft und Wiesen mit Grün in allen Schattierungen. Wunderbar!

Heute gibt es wieder eine etwas größere Runde mit 225,1 km. Frankfurt – Hanau – Aschaffenburg – Spessart   – Miltenberg  (Foto oben) – Odenwald – Otzberg – Dieburg – Offenbach – Frankfurt. Und ich bin immer wieder erstaunt, welche schönen Runden mit so einem kleinen Dickrad zu packen sind.

Ja, viele Strecken kenn ich bereits. Aber nicht alle. Die heutige Tour bin ich so in dieser Abfolge noch nicht gefahren. Geplant habe ich die zuhause am Computer per Google-Earth. Im Klarsichtfach hab ich noch einen kleinen Spickzettel mit den wichtigsten Abzweiginfos.

Lahnwasser

Es ist sonnig aber recht frisch und ich starte zu einer kleinen Runde Richtung Norden.

Durch Wald und Flur, auch über Wirtschaftswege und längs kleiner Landstraßen finde ich den Weg bis nach Weilburg. Die Altstadt liegt sehr schön in einer Flußschleife oberhalb der Lahn. Meine kleine MSX hat jetzt Zeiten der Bewährung. Klar macht sie ihre Sache gut. Aber – wird sie Konkurrenz bekommen? Wird sie zukünftig seltener eingesetzt werden? Diese Fragen liegen jetzt ein bisschen in der Luft.

Von Weilburg geht es nach Fürfurt an der Lahn. Hier ist so wenig Verkehr, dass ich meine Knipse mit Stativ direkt neben die kleine Landstraße stelle. Zurück über das Weiltal, quere ich den Taunus und bin nach 145,2 km wieder zuhause.

Kühler Kopf

Motorradtouren sind bei mir Eintagessachen. Ich bin wieder frei für den kommenden Tag, das ist mein Ding. Klar, jetzt bin ich von einer größeren Maschine angefixt, trotzdem will ich aber abchecken was ist, was ich will, was bringt was, was tut mir wirklich gut. Grundsätzlich hab ich für mich festgestellt, ich kann mit einer 700er eine Tagestour von Frankfurt, gestartet um 6:00 Uhr früh bis ins Allgäu machen und abends retour richtig fertig sein (knapp 1000 km). Ich kann mit der 125er MSX eine Tagestour von früh bis abends z.B. bis zur Wartburg bei Eisenach machen (mehr als 400 km) und hab dann am Abend ein genauso schönes rundes sattes Tagesgefühl.

Die kleine Dicke, meine Grom, meine MSX bleibt bei mir, auch wenn noch mal was Größeres kommen sollte. Der etwaige Kauf eines zusätzlichen Bikes, bringt natürlich auch finanzielle Überlegungen, aber auch praktische Dinge wollen überblickt sein, wie die Unterbringung aller Zweiräder in der Garage. Im Winter sollte die Blechbüchse unbedingt, zumindest zeitweise noch mit rein passen.

Dabei fällt mir ein, die Verladeoption meines kleinen Eintopfs im Caddy hab ich in der Praxis zur Erweiterung der Tagestouren noch gar nicht genutzt. Beim Anfertigen der Trialplatte hatte ich extra Positionen für die MSX zur Transportbefestigung festgelegt.

Reifezeiten

Mein kleines Dickrad bleibt einmalig gut, auch wenn es noch andere schöne HONDA Zweiräder gibt! Und so geht es schon heute mit spärlichen 44 km weiter.

Eine Mainquerung mit der Rumpenheimer Fähre hatte ich schon lange nicht mehr auf`m Plan. 80 Cent kostet die Überfahrt. Auf der anderen Seite wartet schon ein Grom-Fahrer mit dem neueren Modell, kurzer Gruß und es geht Richtung Hanau.

Meine Schwester hatte mir mal fürs Trialtraining Hütchen geschenkt. Die sind zwar im Gelände unpassend, aber für mein heutiges Ausprobieren genau richtig. Im 4m Kreis die MSX mit minimaler Drehzahl zirkeln. Ein paar Versuche und es geht rechts- und linksrum innerhalb der Hütchen. Die MSX ist echt ein Multitalent!

Wendezeiten

Dreieinhalb Jahre ist die MSX jetzt bei mir. Hab vieles mit ihr erfahren. Wandern mit dem Motorrad, leichtes Gelände, aber auch weite Tagestouren. Ging wunderbar und bin auch noch immer vom Konzept dieses Motorrädchens überzeugt.

Aber – heute war ich bei HONDA Frankfurt und hab mal ganz vorsichtig geschaut. Es gibt ein Modell – knapp 200kg schwer, eine leichte Reiseenduro – die mich schon länger anmacht und mir zweiradmässig neue Horizonte eröffnet. Irgendwie hab ich mit der MSX jetzt alle interessanten Themen durch und ich brauch Veränderung. Mal schauen wohin die Reise geht.

Bembeltown

Irgendwie kommt die heutige Forenausfahrt nicht zustande. Am Nachmittag muss ich raus.

Ziel ist das Nobelquartier im ehemaligen Westhafen von Frankfurt. Dabei erinnert das Hochhaus im Hintergrund mit seiner rautenförmigen Aussenstruktur stark an ein Geripptes. Der Frankfurter Apfelwein „Eppelwoi“ wird typisch aus gerippten Gläsern getrunken.

Diese Mini-Ausfahrt tut trotzdem richtig gut und entspannt ungemein.

Tankpack

 

Lang hat`s gedauert, jetzt ist er drauf. Der kleine Oxford M1R Tankrucksack hat einen passenden Untersatz auf der MSX bekommen. Fotoknipse, Stativ und Fernbedienung passen da rein, plus Smartphone im Klarsichtfeld auf der Oberseite.

Der Tankrucksack ist auf zwei Holzteile geschraubt. Diese wurden mit Kunstleder beklebt, eine aufwändige Arbeit. Gehalten wir der kleine Aufbau überm Tank an drei Punkten. Zwei Gurte fixieren vorne an der Tankverkleidung per Klettpunkt und hinten mit einem Gurt unter der Sitzbank ebenso per Klett.

Auf der Unterseite der Holzplatte ist in Position der Tanköffnung als Auflage eine 3 mm Vollgummiplatte aufgeklebt und vernäht. Auf meiner kleinen Modellbau CNC-Fräse hab ich mir zwei Bandklemmen hergestellt und anschließend brüniert. Sie halten zwei schwarze Gummibänder aus dem Supermarkt und nutzen so den Platz im Keil, um den Trageriemen für den Tankrucksack immer dabei zu haben.

Zusätzlich kann ich im Sommer eine 0,5 Liter Trinkflasche aus dem Laufsport, per Formstück an den Unterbau andoggen. Funktioniert ebenfalls per Klett. Für Rücken und Schulter ist das jetzt eine angenehme Alternative , um mein Minimum an Tourgepäck dabei zu haben.

Stillgelegt

Wie immer starte ich im Frankfurter Norden. Eine kleine Runde um`s Städtchen soll es heute werden.

Zwar toll zum Zweiradeln die blanke Sonne, aber fürs Grüne wäre jetzt Regen unbedingt mal angebracht. Meine Tour führt mich zum Trial – Vereinsgelände und tatsächlich, keine Menschenseele da. Das Gelände ist wegen der Coronakrise komplett gesperrt.

Dann umrunde ich die Stadt südlich auf teilweise noch nie gefahrenen Strecken. Heute ist nicht viel los auf der Gass, es geht wunderbar zügig und entspannt voran. Und da sind auch fahrerisch schöne Stellen dabei. Im Schwanheimer Wald mach ich eine Pause mit Foto. Heute sind es 112,5 km die zusammen kommen.

Pfalzblick

Heute verlasse ich die Stadt bei Sonne pur und schaue nach einer neuen Möglichkeit um mit der MSX besser ins Pfalzreich vorzustoßen.

Meine Tour geht zur Fähre in Gernsheim an den Rhein. Klar, etwas weiter südlich liegt Worms mit seiner Rheinbrücke, als gute Alternative. Aber speziell hier auf der anderen Rheinseite gibt es viele schöne kleine Routen, um die Pfalz zu erkunden.

Meine Hinstrecke geht über Darmstadt und ich brauch bis Gernsheim um die anderthalb Stunden. Heute nicht, aber für ein Übersetzen mit der Fähre müsste ich mindestens noch mal eine halbe Stunde einplanen. Zurück nehme ich die schnelle B44 über Groß-Gerau und bin nach 135,3 km wieder retour.